Blog

Huchen aus der Donau

  • date
  • 16. Januar 2012

Seit mehr als 2 Jahren befische ich nun die Enns, um endlich einen großen Huchen zu fangen. Schon sehr bald wurde ich mit Fischen belohnt – mein allererster Wurf auf Huchen brachte mir einen Sechziger. Unglaublich eigentlich! Einige Zeit danach konnte ich dann einen sehr großen Fisch an die Angel bekommen, leider verlor ich ihn im Drill – der Haken schlitzte aus.

Ab diesem Zeitpunkt habe ich unzählige Tage am Wasser verbracht, konnte noch einige kleine Fische überlisten. Im Sommer beim Forellenangeln steigerte sich mein Personal Best dann noch einmal auf 65 Zentimeter.

Eine Welt brach für mich zusammen, als ich hörte, dass in meinem Huchenrevier auf einmal das Angeln erst ab Mai erlaubt sein sollte. Die halbe Saison noch vor mir glaubend, war sie auf einmal zu Ende, und mein alter Bekannter, der Großhuchen in der Außenkurve, trat in weite Ferne…

Nun, man muss sich immer Ziele setzen und somit konzentrierte sich meine Winterangelei seit der Hiobsbotschaft auf Großzander in der Donau. Gestern war wieder so ein Tag, an dem mich nichts zu Hause halten konnte und ich verbrachte fast den ganzen Tag am Wasser. Von Hotspot zu Hotspot pendelnd, von Revier zu Revier vergingen die Stunden, ohne auch nur einen einzigen Fischkontakt. Zum Ende hin entschied ich mich dann doch, noch einmal zu den Buhnenfeldern zurückzukehren, obwohl diese im Winter bisher immer eher wenige Zander beherbergt hatten.

Ich montiere also einen 18cm No-Action-Shad (den stinkenden von Fox) und zähle meine Würfe runter. Dort vorne in diesem Eck, dachte ich, habe ich im Sommer einen schönen Hecht überlisten können und als ich gerade so vor mich hinträume, bekomme ich einen brachialen Schlag ab. Sofort schaltet sich der Autopilot ein, Anhieb sitzt, Adrenalin eingespritzt, der Drill beginnt. Schwere Kopfstöße lassen mich sofort an meinen Zielfisch denken, den Großzander. Der Fisch rührt sich kaum von der Stelle. Hin und wieder kommt er an die Oberfläche und rollt sich. Eigenartig, denke ich, und als der Fisch näher kommt, sehe ich einen dunklen Rücken. Also doch ein Hecht?

Mittlerweile stehe ich bis zu den Knien im eisigen Donauwasser und drille und drille. Am leichten Zandergerät ein ernstzunehmender Gegner, dieser Hecht! Hecht? Moment, was ich sehe, lässt mich erstarren: Ein großer Huchen hat sich den Shad geschnappt und macht sich erneut auf den Weg in die Hauptströmung. Endlose Minuten später taucht der Donaulachs wieder vor meinen Füßen im seichten Wasser auf – den Kescher kann ich mir getrost sparen. Ich bugsiere den Fisch entlang der Buhne zwischen die wasserdurchspülten Steine und versuche, ihn an der Schwanzwurzel zu packen, aber der Fisch wehrt sich und setzt erneut zum Sprint an! Alles oder nichts! Ich lasse die Rute ins seichte Wasser fallen, werfe mich auf den Kontrahenten und umarme ihn innig. Es gelingt mir, den Fisch zu landen. Klatschnass bei minus 3 Grad stehe ich da und zittere am ganzen Leib, aber nicht etwa, weil mir kalt ist. Ich kann es kaum glauben und stoße einen Urschrei aus. Das Schicksal ist unergründlich…

 

Leave a reply

Fields marked with * are required